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[:de]Buenos Aires Einmal ist keinmal

[:de]Buenos Aires Einmal Ist Keinmal

Fünf Gründe, wieso sich eine Rückkehr nach Buenos Aires lohnt.

 

Gerade mal ein knappes Jahr ist mein Sprachaufenthalt in Buenos Aires her. Und trotzdem wird es mich schon bald wieder in die Hauptstadt Argentiniens ziehen. Ich kann dir auch genau sagen, wieso. Gründe für eine Rückkehr gibt es viele. Ich nenne dir hier die fünf wichtigsten.

 

Die Stadt: Buenos Aires macht süchtig.

Abtanzen bei der Perkussions-Show La Bomba de Tiempo, ein vegetarisches Dinner im familiären Rahmen bei Jueves a la Mesa, Cocktails schlürfen in der Secret Bar Florería Atlántico, über den Mercado de las Pulgas (Flohmarkt) in Palermo schlendern – während meinen zwei Wochen in Buenos Aires habe ich nicht gerade wenig unternommen. Sogar ein kurzer Ausflug nach Uruguay lag drin, denn das süsse Städtchen Colonia del Sacramento ist mit der Fähre in nur einer Stunde ab Buenos Aires erreichbar. Trotzdem habe ich noch nicht genug von der berauschenden Metropole am Río de la Plata. Dass ich vom Tango-Virus infiziert wurde, wisst ihr ja schon. Ich kann es kaum erwarten, bei meinem nächsten Besuch in den Milongas die Nacht zum Tag zu machen. Aber ich möchte auch herausfinden, wo es das beste Steak der Stadt gibt, wieso es ok ist, jemanden für ein Spiel der Boca Juniors zu versetzen und was nun wirklich cooler ist: Palermo Soho oder Palermo Hollywood.

 

Die Leute: Porteños machen dich zur Amiga.

Untergekommen bin ich während meines Sprachaufenthalts nicht im Studentenwohnheim, sondern in einer WG mit Locals. Es war die beste Entscheidung überhaupt. Andres und Murphy erzählten mir Dinge, die in keinem Reiseführer stehen. Zum Beispiel, dass es in argentinischen Neugeborenen-Stationen jeweils eine Krankenschwester gibt, die nur dafür zuständig ist, den gerade zur Welt gekommenen Mädchen so schnell wie möglich Ohrlöcher zu stechen. Damit sie auch ja keiner für Buben hält! Der argentinische Nationalstolz ist berühmt-berüchtigt. Bisweilen mag der Patriotismus etwas nerven, er führt jedoch auch dazu, dass die Einheimischen nur zu gerne über Land und Leute sprechen. Sowieso kennen Argentinier keine Berührungsängste – weder im eigentlichen noch im übertragenen Sinne. Hier wirst du in Nullkommanichts von einer Wildfremden zur Amiga. Du wirst geradezu aufgefordert, die Kultur mit all ihren Eigenheiten und Ritualen aus nächster Nähe kennenzulernen. Mich hat das komplett fasziniert.

 

Die Sprache: „He, Dummkopf!“ ist keine Beleidigung.

Spanisch ist gleich Spanisch? Para nada! Wundere dich nicht, wenn du während deinen ersten paar Tagen in Buenos Aires kein Wort verstehst. Der lokale Dialekt, das Castellano ríoplatense, hat so seine Tücken. Am auffälligsten sind die Zischlaute, die verwendet werden. „Ella se llama“ (sie heisst) wird hier „Escha se schama“ ausgesprochen. Spätestens nach der ersten Woche hast du dich daran gewöhnt und wirst selber versucht sein, statt calle (Strasse) «casche» zu sagen. Eine weitere Besonderheit des argentinischen Spanisch: Fluchwörter werden inflationär benutzt und sind auch nicht zwingend negativ zu verstehen. Typisch argentinische Ausdrücke sind immer ein toller Eisbrecher. Wirfst du einem Porteño ein herzhaftes „Che boludo!“ (He, Dummkopf!) entgegen, wird sein Herz hüpfen. Seit meinem letzten Aufenthalt hat sich mein Spanisch enorm verbessert, weshalb ich hoffe, auch sprachlich noch tiefer in das Lebensgefühl der Stadt einzutauchen.

 

Die Schule: So viel mehr als nur Grammatik.

Selten habe ich so viel gelernt wie in meinem zweiwöchigen Intensivkurs bei Expanish Buenos Aires. Klar, die 30 Lektionen pro Woche haben mich ziemlich gefordert. Es galt Vergangenheitsformen zu verinnerlichen und Vokabeln zu büffeln. Immer wieder wurde der Grammatik-Unterricht aber aufgelockert mit Exkursen in die Umgangssprache, und auch typisch argentinische Gepflogenheiten wurden in den Fokus gerückt. So hatte ich am Ende meines Sprachaufenthalts nicht nur ein Niveau übersprungen, sondern auch gelernt, dass Argentinier eine angeborene Abneigung gegen scharfes Essen haben und dass es enorm wichtig ist, beim Mate-Ritual das richtige Timing zu finden. Habe ich schon erwähnt, das Expanish  superzentral gelegen ist und eine sehr überschaubare Grösse hat? So kommt man schnell mit Mitschülern ins Gespräch und kann sich nach der Schule zu einem gemeinsamen Ausflug verabreden oder an einer der angebotenen Exkursionen teilnehmen.

 

Das Feeling: Ein bisschen wie daheim.

Was ich an Sprachaufenthalten besonders toll finde, ist, dass man so etwas wie einen Alltag entwickelt und die Wahldestination weniger aus der Sicht eines Touristen als vielmehr aus derjenigen eines Locals kennenlernt. Nie werde ich das unglaubliche Glücksgefühl  vergessen, als ich es tatsächlich schaffte,  ganz ohne fremde Hilfe mit dem Bus von A nach B zu kommen. In Buenos Aires eine echte Herausforderung! So sehr ich es liebe, neue Ziele zu entdecken, so schön finde ich den Gedanken, mir an einem Ort eine Art zweites Zuhause aufzubauen. Und dieses Gefühl verstärkt sich natürlich mit jedem weiteren Besuch. Genau deshalb kann ich es kaum erwarten, nach Buenos Aires zurückzukehren.