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A La Milonga! Ab In Die Milonga!

 

Das Tolle an einem einem Spanischkurs in Argentinien ist, dass man von morgens bis abends und in jeder Lebenssituation von Spanisch umgeben ist – wieso also nicht auch beim Tango-Tanzen?

 

Wenn ich nach Buenos Aires zurückkehre – und die Frage ist nicht ob, sondern wann – dann gibt es eine Sache, die für mich auf der Prioritätenliste ganz oben steht: der Tango. Der Tanz und ich, wir haben noch eine Rechnung offen, denn unsere Wege kreuzten sich zu spät, als dass sich eine tiefere Beziehung hätte entwickeln können. Aber es hat gefunkt. Und zwar heftig.

 

 

Kennen gelernt haben wir uns während einer Schnupperlektion. Und wie soll ich sagen: Es war Liebe auf den ersten Kick. Den Tango richtig zu beherrschen dauert Jahre, ein paar erste Schritte und Improvisationstechniken für den Anfang lassen sich jedoch relativ schnell üben. Warum als nicht den Spanischkurs in Argentinien etwas aufpeppen? Im Paket «Spanisch und Tango» von Expanish ist eine wöchentliche Tangolektion in einer lokalen Tanzschule inkludiert. Wer möchte, kann zusätzliche Stunden dazubuchen. Es gibt Klassen für alle Niveaus – von Anfänger bis Fortgeschritten. Unterrichtet wird in Spanisch, denn die restlichen Kursteilnehmer sind Locals.

 

Nach eineinhalb Stunden war ich bereit, um die Milongas der Stadt zu erobern. Noch am gleichen Abend das gedämpfte Licht, die schwelgerische Musik, diese Spannung in der Luft – wer da nicht automatisch Gänsehaut bekommt, hat ein Herz aus Stein! Es gibt Tanzlokale für jeden Geschmack. Je nach Wochentag empfehlen sich andere Orte. Und auch die Uhrzeit ist wichtig für die Wahl der richtigen Milonga. Bei Anfängern beliebt ist La Viruta. Wer es schick und klassisch mag, ist in der Maldita Milonga gut aufgehoben. Alternativen Charme versprüht La Catedral del Tango.

 

Hier schwofen langhaarige Metalfans genauso behende übers Parkett wie siebzigjährige Caballeros, die den weiblichen Tango-Nachwuchs gerne zum Tanz auffordern. Das Tolle am Tango: Selbst wenn man sich sehr nahe kommt und sich auf seinen Partner einlassen muss, wird es nie schlüpfrig oder unangenehm. Der Umgang bleibt stets respektvoll. So kann man Stunden damit verbringen in die Musik einzutauchen und sich von ihren sanften Wogen treiben zu lassen. Wer lieber nur zuschaut: Auch kein Problem. In jeder Milonga gibt es Tischchen, an die man sich Getränke oder auch etwas zu Essen bestellen kann.

 

 

Das einzige Problem mit der Kombination aus Tango und Spanischkurs in Argentinien: Die Öffnungszeiten der Milongas sind nicht gerade Stundeplan-kompatibel. Vor 23 Uhr ist nichts los, währenddessen selbst um drei Uhr in der Früh noch lange nicht Schluss ist. Bis in die Puppen tanzen und am danach früh aus den Federn – keine gute Kombination. Ich erinnere mich an einen US-amerikanischen Schulkollegen aus meinem Sprachaufenthalt, der im Konversationsunterricht stets etwas müde und übernächtigt aus der Wäsche guckte. Ein leidenschaftlicher Tangotänzer, wie sich herausstellte.

 

Wenn du es wirklich richtig ernst meinst mit dem Tango, empfehle ich dir deshalb zwei Dinge: Erstens: Bringe ein Paar gut eingelaufene Tanzschuhe mit nach Buenos Aires. Und zweitens: Melde der Schule am besten schon vorab, dass du Nachmittagsunterricht bevorzugen würdest. Dann steht auch deinem Flirt mit dem sinnlichsten Tanzt der Welt nichts im Wege.